Ich rap mir die Welt wie sie mir gefällt…

Dass auch junge Menschen gesellschaftliche Mitverantwortung tragen und partizipativ gefördert werden sollten, ist nicht immer selbstverständlich. Aus diesem Grund haben sich vom 04.10. bis 06.10.2017 junge Menschen, die im Dresdner Norden wohnen bzw. gewohnt haben, mit den Themen Flucht, Aufwachsen sowie deren Bedürfnissen auseinander gesetzt. Der Workshop wurde von dem Dresdner Rapper Jan Baumann alias T. Wonder in den Räumlichkeiten von Mobils- Mobile Jugendarbeit Dresden Nord durchgeführt. Der entstandene Song wurde am 04.11.2017 beim 2. Beteiligungsworkshop vor den Bürger und Bürgerinnen, sowie den Vertreter*innen der zuständigen Ämter vorgestellt. An den Wünschen die in dem Song genannt werden, arbeiten wir weiterhin dran und werden in regelmäßigen Abständen berichten.

 

Für weitere Fragen: mobils@sjr-dresden.de

Link zum Video: https://www.facebook.com/mobilsjugendarbeit/videos/679496332259794/

Es tut sich was im Dresdner Norden. – Doch noch nicht genug!

Unter diesem Titel fand am Dienstag, dem 12. Dezember 2017 ein Pressefrühstück in den Räumen der mobilen Jugendarbeit „Mobils“ in Dresden Klotzsche statt.

Eingeladen hatte die Stadtteilrunde Nord, der Elternrat Dresden Nord, sowie die neue Initiative „Gemeinsam Verantwortung tragen“.

Die Veranstalter wollen die Ergebnisse der 2. Ideenwerkstatt Dresden Nord einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und sind sehr zufrieden mit dem Interesse der Medien, die folgende Anliegen mitgenommen haben:

– Weitere Grund- und Oberschule werden dringend benötigt. Neubau des Gymnasiums muss 2019 beginnen.
– Unzureichendes Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.
– Idee für „Kulturcampus“ in Verbindung mit Neubau Gymnasium Klotzsche.
– Blog für den Dresdner Norden lädt zum Mitmachen und Vernetzen ein.

Erste Berichte liegen schon vor:

Dresden Fernsehen, Ausgabe Dresden, 13. Dezember 2017

Platzmangel an Schulen – Stockende Entwicklung in Dresden Nord

Dresdner Neueste Nachrichten, 13. Dezember 2017:

Dresdner Neueste Nachrichten

Sächsische Zeitung, Ausgabe Dresden, 13. Dezember 2017

Sächsische zeitung

Weihnachtsmarkt des Hortes der 82. Grundschule in Klotzsche

Mittlerweile ist es schon eine schöne Tradition geworden, dass der Hort und der Förderverein der 82. Grundschule im Dezember zum abendlichen Hortweihnachtsmarkt auf dem Schulhof einlädt. Eröffnet durch den Schulchor unter Leitung von Frau Müksch stimmten sich die Mädchen und Jungen, Eltern, Großeltern, Freunde und Kollegen, auf das baldige Weihnachtsfest ein. Dieses Jahr gab es auch Angebote im Haus, damit sich alle Besucher zwischendurch ein wenig wärmen konnten. Drinnen wurde also gebastelt und weihnachtlich vorgelesen, während draußen die Hortkinder an ihren geschmückten Ständen kandierte Äpfel, Sterne, gebastelte Engel und vieles mehr verkauften. Entstanden sind alle diese Dinge in den Weihnachtswerkstätten des Hortes, in denen in den letzten Wochen alle sehr geschäftig waren. Eine mittelalterliche Handwerksstätte, erklärt und begleitet durch die Gebrüder Sempf, hat vielen interessierten Besuchern gezeigt, wie alte Drucktechniken, Seilerei und Kerzendrechseln und vieles anders mehr funktionieren.

Der Förderverein hat mit Unterstützung vieler Eltern die Besucher mit frisch gebackenen Waffeln, Plätzchen und heißen Würstchen versorgt. Die Einnahmen kommen allen Kindern der Schule wieder zu Gute.

An den Feuerschalen wurden Stockbrote gebacken und zahlreiche Hände gewärmt. Eine schöne Stimmung, in der Ruhe und Besinnlichkeit, herzliche Begegnungen und weihnachtliche Vorfreude die Kinder und Erwachsenen durch die Stunden trugen.

Zum krönenden Abschluss gab es eine Feuerjongliershow mit Drachengeschichte und Akkordeon. Davon ganz beseelt, gingen die Mädchen und Jungen mit ihren Eltern nach Hause in Vorfreude auf baldige Weihnachtsferien, Tannenbaum, Lichterglanz und den Weihnachtsmann natürlich.

Alexandra Starosta

Ein Duft von Waffeln und Lagerfeuer und feine selbsthergestellte weihnachtliche Ideen fand man heute beim Weihnachtsmarkt der 82. Grundschule. Bald war der Hof in weihnachtlicher Stimmung. Geschmückte Buden und die Möglichkeit selbst kreativ tätig zu sein rundeten das Angebot ab. Für das leibliche Wohl war gesorgt, die Würstchen, Stockbrot und die Waffeln gingen ab wie warme Semmeln ,aber auch Kekse und Punsch fanden ihre Abnehmer.

Ein gelungener Nachmittag. Dank an die vielen Helfer und Helfershelfer.

Michaela Labrenz

„Machet die Tore weit“ – Eröffnung des Gemeindehauses „Alte Post“

Ein Haus. Eine Gemeinde. Eine Gemeinde baut ihr Haus aus mit Fenstern in alle Himmelsrichtungen und Ideen weit über begrenzende Horizonte hinaus. Ein offenes Haus, das Brücken schaffen soll zwischen einer dynamischen Gemeinde und den Bewohnern unseres Stadtteils.

Sie haben Post….

„Diese Gemeinde ist sehr lebendig und es fühlt sich so an, als seien alle Aufgaben immer auf viele Schultern breit verteilt.“ betont Fr. Dr. Maria Knöpfel, seit 20 Jahren Gemeindemitglied. Und genau so fühlte sich auch die festliche Eröffnung an. Lebendig, Vielfalt lebend, sorgend, versorgend und vor allen Dingen einladend. Einladend nicht nur zu kulinarischen Köstlichkeiten und adventlichem Markttreiben, sondern zur Erkundung der vielen Möglichkeiten, die dieser so initiativreich und liebevoll-durchdacht gestaltete Raum bietet. Das Gemeindehaus im ehemaligen Postamt Klotzsche ist jetzt neue Heimat für die mannigfaltigen Kreise und Gruppen der quicklebendigen Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde in Klotzsche. Im zweiten Stock werden zwei Gruppen des Schulhorts der gegenüberliegenden 82. Grundschule ihren nachmittäglichen Alltag leben dürfen. Im Hof kann gespielt und getobt werden. Und unter dem Dach entstanden Unterrichtsräume für den Instrumentalunterricht des Heinrich-Schütz-Konservatoriums.

Inbesitznahme

Und so wie heute hat der Hof Platz für festliches Beisammensein unter freiem Himmel, für Begegnungen und die Freude, diesen Ort mit Leben zu erfüllen. Frau Karin Otto, hier in Klotzsche schon getauft und später in die Gemeinde zurückgekehrt, beschreibt ihr „gewaltiges Staunen darüber, wie viele Spenden insgesamt zusammengekommen sind“ und wie schön es sei, dass mit Amtsantritt Herrn Börnerts als Pfarrer der Gemeinde alles wunderbar „belebt worden“ sei.

Wie schön auch der Gedanke, dass seinerzeit von hier aus Botschaften jeder Art in aller Herren Länder gesandt wurden und auch hier empfangen werden konnten. Manche postlagernd, manche niemals abgeholt, aber in der Mehrheit einen Empfänger findend. „Das war damals, zu DDR-Zeiten, das Postamt 8. Ich habe am Paketschalter gearbeitet und viele Pakete nach dem Ausland angenommen.“ erzählt Frau Hella Werner, die hier groß geworden und voller Neugier zur Eröffnung mit dem Bus gekommen ist. Ihr gefalle, dass sie hier so viel Kontakt finden könne zu verschiedenen Menschen in einem wunderschönen hellen Gemeindehaus. Heute lebt die Gemeinde hier die Botschaft, Vielfalt eine Chance zu geben und dies in gemeinschaftlichem Handeln auch zu zeigen. Dass diese Botschaft schon eine große Wirkung entfaltet hat, zeigte sich unter anderem in der großartigen Überfüllung unserer Kirche zum Festgottesdienst. Viele der 2400 Gemeindemitglieder wollten Anteil nehmen und besetzen auch noch die letzte Lücke im Kirchenschiff. Herr Wintrich, Leiter des Ortsamtes Dresden Klotzsche, ließ es sich nicht nehmen, eine Grünpflanze für die freundlich-hellen Räume des Gemeindezentrums zu überreichen. Im Gespräch verlieh er seinem Gefühl Ausdruck, dass die Einwohner seines Klotzscher Ortsamtbereiches nicht nur sehr aktive und engagierte Mitmenschen seien, sondern sich auch im Rahmen der kirchlichen Gemeinden auf vielen Ebenen träfen und auf diesem Wege eine sinnvolle Verzahnung verschiedenster Aktivitäten möglich werde. Auch sei es von sinnstiftender Bedeutung, dass eine gute Zusammenarbeit von Amt und Kirche gepflegt werde. Frau Bibas vom Eigenbetrieb der Kindertagesstätten Dresden betonte das Novum, eine öffentliche Einrichtung in kirchlichen Räumen zu betreiben und über alle Grenzen hinweg, nicht nur konfessionelle, Kontakte zu pflegen.

Machet die Tore weit – ein Bezug, den Herr Schubert von der Katholischen Gemeinde aufgriff und im Sinne der Eröffnung dieses schönen Begegnungs-Gemeinde-Zentrums betonte. Sein Geschenk an die Gemeinde – kunstvoll gestaltete Tassen –  wird bei jedem Kaffee- oder Teegenuss, beim Haareraufen und Lösungen finden, beim Reden und Begegnen, immer daran erinnern, dass wir nicht allein sind, sondern eingebettet in einen vielgestaltigen sozialen Raum, dessen sich die Gemeinde insbesondere mit dem heutigen Tage annahm. Claudia Hanke, ein Grußwort der katholischen Gemeinde überbringend und angetan von der Atmosphäre des Festgottesdienstes, verlieh ihrem Gefühl Ausdruck mit den Worten: „Ich darf es ja hier sagen, ich ziehe in Gedanken mit ein.“

Das Projekt

Ein Projekt wie das neue Gemeindezentrum ist ein Kraftakt. Über 2.500 ehrenamtliche Arbeitsstunden und über 325.000 Euro Spenden hat die Gemeinde erbracht, 770.000 Euro sind von der Landeskirche Sachsen aufgewendet worden, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Auch die Aktion Mensch beteiligte sich mit 42.000 Euro für die Barrierefreie Begehbarkeit des Hauses. Das Denkmalamt unterstützte den Ausbau mit 36.000 Euro. Dennoch hat die Alte Post nicht völlig unproblematisch ihre Bestimmung geändert – wachsende Baukosten (25% höher als geplant), Bauzeitverlängerung und dergleichen mehr haben alle Ressourcen und vor allem geduldiges Dranbleiben herausgefordert.

Die Namensgebung

Aus einer Vielzahl schöner, phantasievoller und umfangreicher Vorschläge zur Namensgebung kristallisierte sich letztlich eine Bezeichnung, die allen Anliegen an Verständlichkeit, Wiedererkennungswert und Offenheit entspricht. Herr Pfarrer Börnert beschrieb die Auswahl in etwa mit den folgenden Worten:

Ein Haus – Geborgenheit vermittelnd. Einladung ausstrahlend.

Alte Post – historisch bezogen, öffnend nach außen, verständlich für alle, Einladung an alle.

Öffnend nach außen, verständlich für alle, Einladung an alle.

Unser Gemeindehaus „Alte Post“

Ein Haus. Eine Gemeinde. Eine wundervolle verbindende Idee, die in Zeiten immenser gesellschaftlicher Herausforderungen den Raum bieten kann, ganz im Kleinen aber auch in einem wachsenden Ausmaß Gemeinschaft, Gemeinsamkeit, Auseinandersetzung und Annäherung zu leben und der Liebe Gottes und der Menschen untereinander Gehör, Gefühl und Gesicht zu geben.

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Stadt und Wort

Collage: Paul Förster

Literaturstadt Dresden – das ist ein werbefreundlicher Titel. Einer, der kulturelle Identität und eine lebhafte Literaturszene verheißt. Ein Titel, der impliziert, dass die Literatur in Dresden einen festen Platz in der öffentlichen Debatte, im Tourismussektor und nicht zuletzt in den Haushaltsplänen der Stadt hat. Dresden kann auf eine reiche literarische Geschichte zurückblicken, aber auch zeitgenössische Werke prägen die kulturelle Landschaft. Und von ebenso zentraler Wichtigkeit ist die Generationen und Bevölkerungsgruppen übergreifende Rezeption und Reflexion des geschriebenen Wortes. Wer über die Literaturstadt Dresden nachdenkt, muss als Ausgangspunkt immer den Stellenwert der Literatur in den Köpfen der Dresdner Bürgerinnen und Bürger betrachten.

Diesem Gedanken näherte sich ein Schreibwettbewerb des Gymnasiums Dresden-Klotzsche auf die direkteste Weise an. Dabei sollten Schüler der neunten bis zwölften Klassen einen Text selbst verfassen – Textform und  Aussage waren frei wählbar. In Bezug auf den lokalliterarischen Kontext und auch als Anregung, in die genau entgegengesetzte Richtung zu denken, war das Thema vorgegeben: Literatur statt Dresden – Literaturstadt Dresden. Die 14 Texte, die in diesem Rahmen entstanden sind, siedeln sich mal mehr und mal weniger nahe am Thema an, beleuchten verschiedene Aspekte und sind doch oft sehr ähnlich. Da geht es um die Stadt in Vergangenheit und Gegenwart, auf objektiver oder tief persönlicher Ebene. Um Heimatliebe und Realitätsflucht. Um Konflikt und Einklang von Dresden, Menschen und Literatur.

Der Ton ist humorvoll, kritisch oder nachdenklich (oder alles in verschiedenen Dosierungen), letztlich ist jeder Text aber immer und vor allem ein Bild der Persönlichkeit und künstlerischen Identität seines Schöpfers.

Vorgetragen wurden die Texte am 8.11.2017 im Rahmen eines musikalisch-literarischen Abends, bei dem auch die von einer Lehrerjury bestimmten Sieger geehrt wurden.

Natürlich ist so ein Schreibwettbewerb keine Studie, dafür ist die Teilnehmerzahl zu gering und auch zu wenig repräsentativ. Dennoch zeigt er vielleicht, dass ein Empfinden für Literatur bei jungen Menschen (oder zumindest doch bei einigen) existiert. Und er trägt dazu bei, sich selbst eine Daseinsberechtigung zu schaffen, indem er selbst ein Teil der Literaturstadt Dresden ist.

David Berthold

 

Und hier eine Auswahl der eingereichten Arbeiten:

 

Robin Götzelt – Streng hermetisches Lautgedicht

alles gleich

 

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statt satt satt statt statt satt statt satt
(dresden klotzsche)

 

Maja Seiler – Wunderbar

Die Barockstadt an der Elbe,
Erbaute man einst auf einem Felde.
Es siedelten sich daraufhin Exemplare,
Des Homo Sapiens an, über die Jahre.
 
So sind wir heute ne halbe Million,
Und mindestens so viele Touristen-Information‘,
Denn jene kommen zu uns sehr gerne,
Sie kommen auch gerne aus weiter Ferne.
 
Denn ebenso wie alle nach Glück und so streben,
Will auch jeder mal sein Blaues Wunder erleben.
Und das geht halt nur in dieser Stadt,
Die auch noch ein paar andere Brücken hat.
 
Denn auch Albert, Carola und Marie,
Gehören in diese Kategorie.
Sie sind Straßen und Fußwege über die Elbe,
Nicht Rhein Oder Isar – das ist nicht dasselbe!
 
Das Wasser der Elbe ist (wenn denn mal da),
Frisch, kühl, türkisblau und glasklar.
Und das Baden darin, das kühlt in der Hitze,
Die weißen Sandstrände sind auch echt spitze.
Dort kann man sich anschließend wunderbar sonnen,
Und wohnst du hier, dann hast du gewonnen.
 
Es möge bitte überall so schön wie hier werden,
Wir hätten das Paradies auf Erden.
In Sachsens Metropole werden alle Träume wahr,

Ach Dresden, du bist … ganz ok.

 

David Berthold – Die Kulisse

Endzeit ohne Endzeit.
Das Treiben Richtung Abgrund
erlahmt zur Ziellosigkeit.
Fatalismus verliert seinen Reiz.

Selbstverwirklichung
mit einem Gesellschafts-Selbst
in einer fragwürdigen Wirklichkeit
Wer bin ich? Und wer sind die anderen?

Ewig ist, was die Zeit verhöhnt,
denn Zeit ist Überfluss und Durst.
Ein brüchiger Grat ist die Flucht
inmitten des Staubs.