„Machet die Tore weit“ – Eröffnung des Gemeindehauses „Alte Post“

Ein Haus. Eine Gemeinde. Eine Gemeinde baut ihr Haus aus mit Fenstern in alle Himmelsrichtungen und Ideen weit über begrenzende Horizonte hinaus. Ein offenes Haus, das Brücken schaffen soll zwischen einer dynamischen Gemeinde und den Bewohnern unseres Stadtteils.

Sie haben Post….

„Diese Gemeinde ist sehr lebendig und es fühlt sich so an, als seien alle Aufgaben immer auf viele Schultern breit verteilt.“ betont Fr. Dr. Maria Knöpfel, seit 20 Jahren Gemeindemitglied. Und genau so fühlte sich auch die festliche Eröffnung an. Lebendig, Vielfalt lebend, sorgend, versorgend und vor allen Dingen einladend. Einladend nicht nur zu kulinarischen Köstlichkeiten und adventlichem Markttreiben, sondern zur Erkundung der vielen Möglichkeiten, die dieser so initiativreich und liebevoll-durchdacht gestaltete Raum bietet. Das Gemeindehaus im ehemaligen Postamt Klotzsche ist jetzt neue Heimat für die mannigfaltigen Kreise und Gruppen der quicklebendigen Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde in Klotzsche. Im zweiten Stock werden zwei Gruppen des Schulhorts der gegenüberliegenden 82. Grundschule ihren nachmittäglichen Alltag leben dürfen. Im Hof kann gespielt und getobt werden. Und unter dem Dach entstanden Unterrichtsräume für den Instrumentalunterricht des Heinrich-Schütz-Konservatoriums.

Inbesitznahme

Und so wie heute hat der Hof Platz für festliches Beisammensein unter freiem Himmel, für Begegnungen und die Freude, diesen Ort mit Leben zu erfüllen. Frau Karin Otto, hier in Klotzsche schon getauft und später in die Gemeinde zurückgekehrt, beschreibt ihr „gewaltiges Staunen darüber, wie viele Spenden insgesamt zusammengekommen sind“ und wie schön es sei, dass mit Amtsantritt Herrn Börnerts als Pfarrer der Gemeinde alles wunderbar „belebt worden“ sei.

Wie schön auch der Gedanke, dass seinerzeit von hier aus Botschaften jeder Art in aller Herren Länder gesandt wurden und auch hier empfangen werden konnten. Manche postlagernd, manche niemals abgeholt, aber in der Mehrheit einen Empfänger findend. „Das war damals, zu DDR-Zeiten, das Postamt 8. Ich habe am Paketschalter gearbeitet und viele Pakete nach dem Ausland angenommen.“ erzählt Frau Hella Werner, die hier groß geworden und voller Neugier zur Eröffnung mit dem Bus gekommen ist. Ihr gefalle, dass sie hier so viel Kontakt finden könne zu verschiedenen Menschen in einem wunderschönen hellen Gemeindehaus. Heute lebt die Gemeinde hier die Botschaft, Vielfalt eine Chance zu geben und dies in gemeinschaftlichem Handeln auch zu zeigen. Dass diese Botschaft schon eine große Wirkung entfaltet hat, zeigte sich unter anderem in der großartigen Überfüllung unserer Kirche zum Festgottesdienst. Viele der 2400 Gemeindemitglieder wollten Anteil nehmen und besetzen auch noch die letzte Lücke im Kirchenschiff. Herr Wintrich, Leiter des Ortsamtes Dresden Klotzsche, ließ es sich nicht nehmen, eine Grünpflanze für die freundlich-hellen Räume des Gemeindezentrums zu überreichen. Im Gespräch verlieh er seinem Gefühl Ausdruck, dass die Einwohner seines Klotzscher Ortsamtbereiches nicht nur sehr aktive und engagierte Mitmenschen seien, sondern sich auch im Rahmen der kirchlichen Gemeinden auf vielen Ebenen träfen und auf diesem Wege eine sinnvolle Verzahnung verschiedenster Aktivitäten möglich werde. Auch sei es von sinnstiftender Bedeutung, dass eine gute Zusammenarbeit von Amt und Kirche gepflegt werde. Frau Bibas vom Eigenbetrieb der Kindertagesstätten Dresden betonte das Novum, eine öffentliche Einrichtung in kirchlichen Räumen zu betreiben und über alle Grenzen hinweg, nicht nur konfessionelle, Kontakte zu pflegen.

Machet die Tore weit – ein Bezug, den Herr Schubert von der Katholischen Gemeinde aufgriff und im Sinne der Eröffnung dieses schönen Begegnungs-Gemeinde-Zentrums betonte. Sein Geschenk an die Gemeinde – kunstvoll gestaltete Tassen –  wird bei jedem Kaffee- oder Teegenuss, beim Haareraufen und Lösungen finden, beim Reden und Begegnen, immer daran erinnern, dass wir nicht allein sind, sondern eingebettet in einen vielgestaltigen sozialen Raum, dessen sich die Gemeinde insbesondere mit dem heutigen Tage annahm. Claudia Hanke, ein Grußwort der katholischen Gemeinde überbringend und angetan von der Atmosphäre des Festgottesdienstes, verlieh ihrem Gefühl Ausdruck mit den Worten: „Ich darf es ja hier sagen, ich ziehe in Gedanken mit ein.“

Das Projekt

Ein Projekt wie das neue Gemeindezentrum ist ein Kraftakt. Über 2.500 ehrenamtliche Arbeitsstunden und über 325.000 Euro Spenden hat die Gemeinde erbracht, 770.000 Euro sind von der Landeskirche Sachsen aufgewendet worden, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Auch die Aktion Mensch beteiligte sich mit 42.000 Euro für die Barrierefreie Begehbarkeit des Hauses. Das Denkmalamt unterstützte den Ausbau mit 36.000 Euro. Dennoch hat die Alte Post nicht völlig unproblematisch ihre Bestimmung geändert – wachsende Baukosten (25% höher als geplant), Bauzeitverlängerung und dergleichen mehr haben alle Ressourcen und vor allem geduldiges Dranbleiben herausgefordert.

Die Namensgebung

Aus einer Vielzahl schöner, phantasievoller und umfangreicher Vorschläge zur Namensgebung kristallisierte sich letztlich eine Bezeichnung, die allen Anliegen an Verständlichkeit, Wiedererkennungswert und Offenheit entspricht. Herr Pfarrer Börnert beschrieb die Auswahl in etwa mit den folgenden Worten:

Ein Haus – Geborgenheit vermittelnd. Einladung ausstrahlend.

Alte Post – historisch bezogen, öffnend nach außen, verständlich für alle, Einladung an alle.

Öffnend nach außen, verständlich für alle, Einladung an alle.

Unser Gemeindehaus „Alte Post“

Ein Haus. Eine Gemeinde. Eine wundervolle verbindende Idee, die in Zeiten immenser gesellschaftlicher Herausforderungen den Raum bieten kann, ganz im Kleinen aber auch in einem wachsenden Ausmaß Gemeinschaft, Gemeinsamkeit, Auseinandersetzung und Annäherung zu leben und der Liebe Gottes und der Menschen untereinander Gehör, Gefühl und Gesicht zu geben.

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