Ein Waldausflug mit allen Sinnen

von Alexandra Starosta

 

Am letzten Winterferientag stand nochmal ein Waldausflug auf dem Plan. Die Sonne, die es in den Tagen davor wirklich sehr gut gemeint hatte, versteckte sich leider hinter den Wolken und in der Nacht hatte es geregnet. Keine wundervollen Bedingungen für einen Waldausflug und dennoch, war er es wert!

Von eigentlich 18 angemeldeten Kindern kamen dann tatsächlich nur 7 Mädchen und Jungen mit in den Wald, aber die hatten jede Menge Spaß und ein sinnliches Vergnügen. Der Boden war nass und matschig und von den Bäumen tropfte es ab und zu. Wir liefen bis hinter den Wasserfall, wo die Prießnitz einen großen Bogen macht und dadurch viel Platz zum Spielen zwischen Weg und Flüsschen bietet. An dieser Stelle machten wir Halt und ließen den kreativen Spielideen der Kinder freien Lauf. Während die Mädchen sogleich begannen, Stöcke und Äste für den Bau einer Hütte zusammenzutragen, interessierten sich die Jungen um Rand der Prießnitz für Spiele und Bauten mit Wasser, Sand und Holz. Was für den erwachsenen Betrachter möglicherweise nur wie Dreck und Matsch aussieht, offenbart sich Kindern als Ort voller Schätze. Steinchen, Äste, Wurzeln oder Insekten – alles kann man entdecken, begreifen und untersuchen. Das Wasser kann gelenkt werden oder gestoppt, neue Sprudel entstehen und Erdhügel oder Staudämme können gebaut werden. Über das Spiel mit diesen einfachen und unscheinbaren Dingen erhalten die Mädchen und Jungen Eindrücke über die Umwelt und über sich selbst. Etwas fühlt sich kalt oder warm an, Dinge haben raue oder glatte Strukturen – all` diese sinnlichen Wahrnehmungen sind Grundlage von Erkenntnis.

Das Spiel im Wald hat den Kindern vor allem Spaß gemacht und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Als Pädagogen sehen wir, dass hinter diesem Spiel ein großer Erfahrungsschatz liegt. Neben dem Begreifen der Welt wird die Wahrnehmungsfähigkeit angeregt und gefördert. Und wenn man sich nicht davon abhalten lässt, beim Hüttenbau dreckig zu werden oder das Risiko einzugehen, vielleicht nasse Schuhe zu bekommen, dann packt einen auch als Erwachsener die Lust, mit allen Sinnen mitzutun.

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