Neues vom Heidetunnel

Der Tunnel

von Michael Drechsler

Der Kampf um den Heidetunnel geht weiter. Was hat sich bewegt? Eigentlich fast nichts, könnte man oberflächlich meinen. Aber das stimmt so nicht ganz. Hinter den Kulissen rumort es…

Die Dresdener CDU positionierte sich im Stadtrat eindeutig gegen den Erhalt des Heidetunnels. Im Stadtrat brachte sie einen Ersetzungsantrag zum Antrag A0585/19 (Klotzsche-Blog berichtete am 03.04.2019) von Bündnis 90/Die Grünen ein.

Darin heißt es wörtlich:

„Der Oberbürgermeister wird beauftragt, anstelle des Neubaues des sogenannten Heidetunnels Klotzsche dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fussgänger und Radfahrer an der Eisenbahnunterführung Langebrücker Straße zu unterbreiten. Die Vorschläge sollen zudem die Nutzbarkeit der Eisenbahnunterführung auch bei stärkeren Niederschlagsereignissen sicherstellen. Die Berichterstattung soll bis 30.06.2019 einschliesslich einer ersten Kostenabschäzung erfolgen.“

Wird hier auf Zeit gespielt, um vollendete Tatsachen, sprich die Verfüllung des Tunnels, zu schaffen?

Derweil stimmte der Ortschaftsrat Langebrück bereits am 05.02.2019 dem Antrag des Stadtbeirksrates Klotzsche bezüglich des Erhaltes des Eisenbahntunnels zu.

Es geht also hin und her. Leider wird die Zeit für den (wünschenswerten) Erhalt des Tunnels knapp. In den Petitionsausschuss der Stadt Dresden wurde von Bündnis 90/Die Grünen folgender Antrag eingereicht und einstimmig angenommen:

Der Petition, die sich gegen eine Verfüllung des Heidetunnels ausspricht, kann teilweise abgeholfen werden, denn:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt,

  1. zu prüfen, ob der „Heidetunnel Klotzsche“ und die anschließenden Wege im Sinne des 53 Abs. 1 des Sächsischen Straßengesetzes bereits öffentlich gewidmet sind,

 

  1. Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrendean der Eisenbahnunterführung Langebrücker Straße zu untersuchen, inklusive jeweils einer Kostenschätzung, und dies bis 30.6.2019 dem Ausschuss für Stadtentwicklung,Bau, Verkehr und Liegenschaften zum Beschluss vorzulegen

 

  1. dabei auch die folgenden Varianten zu prüfen:

 

  1. a) die Möglichkeit der Erhaltung des „Heidetunnels Klotzsche“ in der derzeitigen Form (Denkmal) und die Beschränkung der Sanierung auf die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen;

 

  1. b) ein jeweils zweiseitiger separater Radweg und Fußweg durch die Eisenbahnunterführung Langebrücker Straße bei Vergrößerung der Durchfahrtsbreite in Kombination mit einer Fußgängerquerung

 

  1. c) ein zweiseitiger separater Radweg durch die Eisenbahnunterführung Langebrücker Straße bei bestehender Breite, d.h. nur noch eine Autospur mit wechselseitiger Ampelschaltung in Kombination mit einer Fußgängerquerung

 

  1. d) separater Neubau einer sicheren Bahnüberführung für Fußgänger*innen und Radfahrende an anderer Stelle in der Nähe der derzeit bestehenden Bahnüberführungen

 

  1. e) die Kosten eines Ersatzneubaus der Tunnelverbindung und einer Erneuerung der Wegebeziehung unter Berücksichtigung von Fördermöglichkeiten festzustellen, sowie Verhandlungen zum Anteil der Kostenübernahme durch die Deutsche Bahn zu führen,

 

  1. in Gesprächen mit der Deutschen Bahn AG darauf hinzuwirken, dass der „Heidetunnel Klotzsche“ so lange offen bleibt, bis eine sichere, alternative Querung der Bahnlinie für Fußgänger und Radfahrende im Bereich Langebrücker Straße/Heidetunnel entsprechend Punkt 3 umgesetzt wurde.

 

  1. dem Ausschuss für Petitionen und Bürgerbeteiligung die Verhandlungstermine und die Ergebnisse zur Kenntniss zu geben.

 Begründung:

Mit Wegfall des Fußgänger-Tunnels (Heidetunnel Klotzsche) entfällt die einzige derzeit sichere Möglichkeit für Fußgänger und Radfahrende, auf direktem Weg von der Haltestelle Arkonastraße und aus dem anschließenden Wohnviertel in die Dresdner Heide zu kommen bzw. zwischen Langebrück und Klotzsche ohne Auto zu verkehren. Ein Beschluss zur Verfüllung kann somit nur mit der Auflage erteilt werden, dass ein gleichwertiger sicherer Ersatz geschaffen wird, bevor der Tunnel verfüllt wird.

Das könnte ein guter Kompromiss werden… Der Klotzsche-Blog bleibt dran…

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*