Zukunftsfähig auf Dresdens Straßen

Die AG Nachhaltig mobil im Dresdner Norden stellt sich vor

von Ulrike Kollmar

Wer Dresdens Straßen nutzt, wird merken: Wir kommen aus einer Tradition, die unter Verkehr primär den motorisierten Verkehr versteht. Andere Arten der Fortbewegung können hinzukommen, sind aber oft noch nicht im gleichberechtigten Sinne Verkehr. Für eine sichere und zukunftsfähige Verteilung der Verkehrs­flächen unter allen, die sich in der Stadt fortbewegen, arbeitet die AG nachhaltig mobil im Dresdner Norden. Sie wurde im Januar 2019 gegründet, nachdem mehrere Veranstaltungen zu verkehrspolitischen Themen große Resonanz in Klotzsche, Weixdorf, Langebrück und Hellerau gefunden hatten. Dort war es um die große Rolle der öffentlichen Verkehrs­mittel gegangen und um die Notwendigkeit, die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen.

Seitdem treffen sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft jeden Monat und planen Aktionen, die medien­wirksam auf Gefahrenpunkte im Verkehr aufmerksam machen ­– Gefahren vor allem für Kinder, für ältere Leute und Menschen mit Beeinträchtigungen. In den Sitzungen werden Stadtpläne gewälzt und Statistiken zu Verkehrsteilnehmern ausgewertet, Petitionen oder Anfragen an die entsprechenden Behörden formuliert und Termine besprochen, gemeinsame Aktionen vorbereitet und Plakate gestaltet.

Was für Aktionen sind das? Natürlich Fahrrad-Demonstrationen, um auf die mangelnden Radwege und die damit einhergehenden Gefahren für alle Verkehrs­teilnehmer hinzuweisen.

Die Radfahrer müssen sich oft den Platz entweder mit den Autos auf den Straßen oder auf den Gehwegen mit den Fußgängern teilen, und dies führt nicht nur zu Aggression auf allen Seiten, sondern viel zu oft zu schrecklichen Unfällen.

Auch die Rechte der Fußgänger müssen gestärkt werden. Die Verkehrsplaner sollen zum Anlegen von Zebrastreifen angeregt werden, um an stark frequentierten Stellen die Straßenquerung zu erleichtern. So hat die AG auch mit zwei öffentlichkeits­wirksamen Aktionen auf Handlungsbedarf aufmerksam gemacht. Es geht um zwei Stellen auf der Königsbrücker Landstraße in Weixdorf und an der Boltenhagener Straße auf Höhe vom Marktplatz Klotzsche, wo Zebrastreifen sehr hilfreich wären. Dort haben Aktivisten in Zebrakostümen Fußgängern über die Straße geholfen.

Der öffentliche Nahverkehr ist ein weiteres Thema der AG. Dabei geht es immer um die Belange der Bürger im Dresdner Norden: ein zusätzlicher Halt der Bahn für die Langebrücker Schüler, der mögliche Einsatz von Quartiersbussen, die Offenhaltung von Tunneln unter der Bahn für Fußgänger und Radler…

Ein Anliegen ist auch die Lebensqualität an Durchgangsstraßen wie der Königs­brücker Landstraße. Sie stand im Mittelpunkt der Aktion am 3. Oktober, bei der es um das künftige Ortsteilzentrum Klotzsche ging. Auf Betreiben der AG planen DVB und Stadtverwaltung dazu eine Bürgerwerkstatt, deren Termin leider noch immer nicht feststeht.

Weitere Vorhaben: Im Frühling soll eine Begehung der Königsbrücker Straße zwischen Stauffenbergallee und Industriegelände stattfinden, um mit den verantwortlichen Verkehrsplanern über Sofortmaßnahmen für den Radverkehr zu beraten. Bislang können hier Radfahrer in Ermangelung eines Radweges den Gehweg mitbenutzen. Dann müssten sie sich freilich an die laut StVO geforderte Schrittgeschwindigkeit halten. Außerdem soll es in diesem Jahr darum gehen, wie auf der Karl-Marx-Straße die Radwege verbreitert werden können. Eine weitere Gefahrenstelle für den Kraftverkehr besteht schließlich an der Einmündung der Grenzstraße auf die Königsbrücker Straße, und es ist die Frage, wie diese beseitigt werden kann, ehe es zu einem folgenschweren Unfall kommt. 

Wer Kontakt mit der AG aufnehmen möchte, kann dies per mail an agnachhaltigmobil@gmail.com tun.

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