Klotzsche trifft sich

Am ersten Septembersamstag geschieht mit dem Waldgebiet rund ums Klotzscher Forstamt eine erstaunliche Verwandlung. Was bis eben noch ein ziemlich durchgeweichter Waldweg war, wird in den Nachmittagsstunden mehr und mehr zu einem Schauplatz regen musikalischen, kulinarischen und gesprächigen Treibens. Hunderte Familien sowie ältere und jüngere Semester jeglicher Couleur bevölkern, ja übervölkern für einige Stunden das Gelände. Dies nennt man das 7. Königswalder Forst- und Weinfest.

Übervölkerung

Die Idee, ein jährliches Waldfest zu organisieren, wurde anno 2011 durch den Klotzscher Verein e.V. an die Forstamtsleitung herangetragen mit dem Gedanken, an die Vergangenheit Klotzsches als Jagd- und Luftkurort anzuknüpfen. Seitdem stellt der Staatsbetrieb Sachsenforst die Kulisse zur Verfügung, während der Verein die Organisation erledigt. Mit jedem Jahr wächst das Forst- und Weinfest und das Programm wird vielfältiger. Dabei ist bei Wald und Wein lange nicht Schluss. Neben festen Größen wie der Freiwilligen Feuerwehr und dem Jagdverband präsentierten sich dieses Jahr unter anderem auch die Initiative „Brücken schaffen“ und die Alpha-Lernhilfe. Daneben fanden zahlreiche Live-Veranstaltungen mit musikalischen Beiträgen von Hip-Hop bis A-Capella-Männerchor statt. Wein gab es übrigens auch.

Kulturbeitrag

Somit ist das Königswalder Forst- und Weinfest zu einem echten Höhepunkt für Familien und alle anderen geworden und bringt Klotzscher (und solche, die es gerne wären) unter dem Blätterdach zusammen.

David Berthold

Patronatsfest der katholischen Gemeinde in Klotzsche

Im Stadtteil Dresden Klotzsche leben 4,5 Prozent katholische Christen. Gemeinsam mit den evangelischen Christen (14,5 Prozent) zählen etwa ein Fünftel der Bevölkerung als  Mitglieder der Kirchgemeinden vor Ort.

Die evang.-luth. Kirchgemeinde und die katholische Heilig-Kreuz-Gemeinde möchten gemeinsam mit den anderen kirchlichen Einrichtungen und Initiativen im Stadtteil, den christlichen Glauben an einen liebenden Gott, als Lebenshilfe, Sinngebung und Begleitung in freudigen und schweren Lebenssituationen für alle Menschen im Stadtteil anbieten und zugänglich machen.

Das Patronat (den Namen) „Heilig-Kreuz“ erhielt die katholische Gemeinde in Klotzsche mit ihrer Gründung als Pfarrvikarie 1938, damals noch in den Räumen der Harzer Villa in der Goethestraße. Dieses Patrozinium konnte auf die neuen Räume der heutigen Kirche in der Darwinstraße 19 übertragen werden.  Die Heilig-Kreuz-Kapelle wurde nach baulicher Erweiterung am 4. Oktober 1948 geweiht. So feiert die Gemeinde im kommenden Jahr 80 Jahre Patrozinium und 70 Jahre Kirchweih.

Wie in jedem Jahr feiert die Gemeinde  den Patronatstag 2017 mit einem Gemeindefest, zu dem alle Christen und Nichtchristen, Nachbarn und Interessierte des Stadtteils  herzlich eingeladen sind.

Patronatsfest am kommenden Sonntag, dem 17. September 2017 ab 14 Uhr an der Heilig-Kreuz-Kapelle in Dresden Klotzsche, Darwinstraße 19

14.00 Uhr Familiengottesdienst mit Kinderkirche und Musik der Kinder und Jugendlichen in der Heilig-Kreuz-Kapelle

ab 15 Uhr Patronatsfest auf dem Gelände des katholischen Kindergartens St. Klara, neben der Kapelle mit Spiel, Kaffee und Kuchen, Grillen und Kennenlernen der Gemeinde

duo melange – Musik für Flöte und Marimba

2017-09-09_CK_duo melange_Familienkonzert
duo mélange - Musik für Flöte und Marimba - ein Familienkonzert
mit Werken von A. Piazzolla, G Bizet, L. Bernstein u. a.

Ein besonderes Hörerlebnis erwartet die kleinen und großen Zuhörer am
Sonnabend, 9. September um 16 Uhr in der Christuskirche Dresden-Klotzsche.

Almut Unger und Thomas Laukel kombinieren die klassische Querflöte mit
der Marimba, einem dem Xylophon ähnlichen Schlaginstrument, das
hierzulande noch recht selten zu hören ist und seine Wurzeln in der
südamerikanischen Folklore bzw. im nordamerikanischen Jazz hat.
Das duo mélange nimmt seine Zuhörer mit auf eine (Klang-)Reise durch
verschiedene Epochen, Musikrichtungen und Regionen dieser Welt.
Die jüngsten Konzertbesucher werden durch kleine Rätsel, gemeinsame
Tänze und das Mitspielen mit Körperklängen direkt ins Geschehen
einbezogen.

Eintritt: 3 EUR (ab 5 Jahre)
Vorverkauf ab 21. August im Pfarramt

Er bringt uns sicher nach Haus

Gerhard Gundermann, wohl einer der wichtigsten Liedermacher im Osten Deutschlands, starb bereits 1998 mit nur dreiundvierzig Jahren. Seine Texte über das Leben sind aktuell und lebendig wie eh und je.  Die Band Huderich brachte sie am 10.06. in die Alte Kirche nach Klotzsche.

 

Huderich spielt Gundermann

schlaf kleine frau mach die beine lang
der mond leckt uns die strasse blank
der teufel macht heut krank
und bleibt im schrank

ein alter mann vom strassendienst
winkt uns nach und grinst
er hat schlecht bezahlt
`n weißen strich über land gemalt

der bringt uns sicher nach haus

schlaf kleine frau mach die augen zu
der silberkäfer braucht keine ruh\‘
er nimmt uns gerne mit
für\’n bisschen sprit

tausend mann haben dran gebaut
ein dieb hat ihn für uns geklaut
es ist warm und laut
unter seiner eisenhaut

der bringt uns sicher nach haus

schlaf kleine frau das land ist leer
nur du und ich und sonst keiner mehr
der mond scheint hell wie nie
mit seiner neuen batterie

der bringt uns sicher nach haus

Ich bin in Hoyerswerda aufgewachsen, genau in dieser „Maschinistenfarm“, umgeben von Tagebauen, die Gerhard Gundermann in seinen Liedern besungen hat. Er und seine Band „Brigade Feuerstein“ waren eine bekannte Größe in Hoyerswerda. Seine Texte waren kontrovers, regten zum Widerspruch an… und manchmal regten sie mich einfach nur auf. Aber sie gehörten dazu.

Und dann Huderich in der Alten Kirche in Klotzsche…. Trotz Sonnabendabend und schönstem Grillwetter war der Raum gut gefüllt. Mit allen Jahrgängen. Und manche Ältere hatten wohl manchmal einen verdächtig schimmernden Blick. Die Band brachte die ganze Bandbreite der Gundermann-Texte: melancholisch, widersprüchlich, ironisch, hin und wieder etwas derb. Und hochaktuell. Es war nicht so einfach nachgespielt. Ich hatte das Gefühl, Gundermann lebt in Huderich weiter. Sicher ist mein Eindruck da sehr subjektiv gefärbt. Dennoch.

Manches war ein Déjà-vu für mich. Erinnerungen an Kindheit und Jugend in der Betonstadt kamen wieder. Schöne und weniger gewollte. Songs über das Leben….

Ein gelungener Abend mit einer Band, die ich in Klotzsche sehr gern einmal wieder sehen und hören möchte.

Michael Drechsler


 

Klotzsche läuft nach Plan

Die Alte Post braucht Geld. Für die Finanzierung des Neuen Gemeindezentrums hatten einige Klotzscher eine nicht alltägliche Idee.

Das Projekt

Wer in Klotzsche die Caspari-Straße entlang läuft, kann die Baustelle nicht übersehen. Der Umbau des Neuen Gemeindezentrums geht seinen Gang. Das alte Postgebäude kriegt ein zweites Leben. Der Bau wird von der gesamten Gemeinde getragen. Viele packen mit an, bemühen sich um den Baufortschritt, helfen…. Das Projekt ist auf der Zielgeraden. Aber so ein ambitioniertes Bauprojekt kostet wohl Einiges. Umso mehr, als dass die Baukosten sich auf Grund vielfältiger Ursachen drastisch erhöht haben, verglichen mit der ursprünglichen Planung (siehe auch Gemeindeblatt vom Mai 2017). Daher mussten Ideen her, wie das Spendenaufkommen zu erhöhen sei. Alle Gemeindemitglieder waren aufgerufen, sich Gedanken zu machen. Und so entstand der Spendenlauf. Auch mit dem Hintergedanken, nicht nur den engsten Gemeindekreis um Spenden zu bitten. Das Prinzip: Jeder Teilnehmer läuft so viele der ausgeschriebenen Runden, wie er kann. Und: Jeder Teilnehmer bringt einen oder mehrere Sponsoren mit, die für jede gelaufene Runde einen fixen Beitrag spenden. Nebenbei treibt man noch bissel Sport, tut was für sein Wohlbefinden und trifft seine Nachbarn. Eine win-win-win Situation, wie man so schön sagt. Das fanden dann auch einhundert Leute und rafften sich am Sonntagmorgen auf, die Heide um das Klotzscher Forsthaus zu beleben.

Gespannte Aufmerksamkeit

Dreizehn Teams gingen an den Start. Von ganz klein, dem „Hortteam“, bis sehr lebenserfahren, dem Team “ In der Ruhe liegt die Kraft“, reichte die Bandbreite. Von Anfang an war die Stimmung ausgelassen. Es ging nicht vordergründig um sportlichen Ehrgeiz, sondern ums Miteinander. Ehrgeizige Läufer kamen genauso auf ihre Kosten wie Läufer, die sich einfach nur bewegen wollten.

Der Chef läuft selbst

Und vor allem die Kinder hatten jede Menge Spaß. Eine Runde war um die eintausend Meter lang. Und es kamen etliche zusammen.

Die erste, vorläufige Hochrechnung am Sonntagabend ergab den zugesagten stattlichen Betrag von über 16.000€. Und da waren noch nicht einmal alle Teams ausgezählt.

Nachtanken

Eine willkommene Geldspritze für das Bauprojekt und ein herrlicher Sonntagvormittag in Klotzsche.

Zufrieden

Gute Idee, klasse Umsetzung und ein respektables Ergebnis. Sehr gelungen! Ein großes Lob auch an die Organisatoren!

 

Michael Drechsler

Kinder und Jugendliche in Klotzsche wünschen sich einen Skateplatz

Die Frage, was Kinder, Jugendliche und junge Menschen im Ortsamtsbereich Dresden-Klotzsche beschäftigt und was sie sich wünschen, stellten sich Alexandra Starosta vom Hort der 82. Grundschule sowie Sophia Burudshiew und Stefanie Liefeith von der Mobilen Jugendarbeit Dresden Nord. Vor allem für ältere Kinder und Jugendliche fehlt es in Klotzsche an öffentlich-zugänglichen Treffpunkten und Spiel- sowie Sportmöglichkeiten in der Freizeit. In der durch die Horte der 4 Klotzscher Grundschulen und der Mobilen Jugendarbeit initiierten Kinder -und Jugendbefragung wurde der Wunsch nach einem Skateplatz in Klotzsche geäußert.  Nach dem die Sozialarbeiterinnen der Mobilen Jugendarbeit verschiedene Freiflächen überprüfen ließen, stellte sich der Bolzplatz an der Zinnowitzer Straße/ Ecke Rostocker Straße am geeignetsten heraus.  Gemeinsam mit der Stadtteilrunde Nord, ein Zusammenschluss verschiedener Vertreter*innen der Jugendhilfeeinrichtungen im Dresdner Norden, wurde am 06.04.2017 eine Informationsveranstaltung auf diesem Spielplatz organisiert. Anwohner*innen, Kinder und Jugendliche aus Klotzsche bekamen an diesem Tag die Gelegenheit, mit zuständigen Ansprechpartner*innen, wie z.B. mit Frau Eckardt vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, ins Gespräch zu kommen und über eine eventuelle Umsetzung zu sprechen. Ergebnis dieses Zusammentreffens: Eine Realisierung vor Ort ist nicht möglich, da durch den Abstand zur Wohnsiedlung die Schallemissionswerte nicht eingehalten werden können. Derzeit werden alternative Flächen überprüft.

Am 08.05.2017  wurde das Anliegen bei der Ortsbeiratssitzung  von den Sozialarbeiterinnen der Mobilen Jugendarbeit Dresden Nord vorgestellt, sowie 2 Anträge an den Oberbürgermeister zur Flächenfindung beantragt.

Für weitere Informationen oder bei Interesse an einer Beteiligung:

Stadtjugendring Dresden e.V., Mobils- Mobile Jugendarbeit Dresden Nord, Königsbrücker Landstraße 59, 01109 Dresden, mobils@sjr-dresden.de, www.molang.de

Das Mobils Team

Klotzsche-Skate — Lärm, Müll und Rauschgift?

Skateanlagen sind in, ohne Frage. Eine attraktive Freizeitmöglichkeit für Kinder und Jugendliche. Aber braucht Klotzsche eine Skatanlage für Kinder? Darüber gehen die Meinungen offensichtlich weit auseinander. Am 6. April fand dazu eine öffentliche Diskussion statt. Öffentlich im wahrsten Sinne des Wortes: Auf dem Spielplatz Rostocker Straße trafen sich Vertreter der Jugendamtes Dresden, des Amtes für Stadtgrün und eine relativ große Zahl von Anwohnern, meist ältere Jahrgänge. Die Veranstaltung wurde vom Stadtjugendring Dresden und der Stadtteilrunde Nord organisiert.

Lebhafte Diskussion

Und diese hielten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Hintergrund war offensichtlich viel Verdruss in der Vergangenheit. Spielplätze und Sportanlagen müssen sein, darin bestand Einigkeit. Aber es gibt auch Schattenseiten. Nicht jeder ist beglückt, wenn er am Sonntagmorgen gegen fünf einem Fußballspiel beiwohnen darf. Und nicht jeder freut sich über laute Musik zu nachtschlafener Zeit und tags darauf über leere und zerschlagene Alkoholbehältnisse. Ja, es geht um Kinderspielplätze, aber die Anwohner haben da wohl so ihre Erfahrungen mit „Fremdnutzung“ gemacht. Die Aufregung und die Skepsis waren jedenfalls unüberhörbar. Lärm, Müll und Rauschgift – diese Worte fielen nicht selten. Und niemand der Anwesenden wollte ernsthaft glauben, dass man strenge Regeln zur Nutzung auch durchsetzen könne.

Die Fakten: Es gibt Ideen, im Stadtteil eine Skateanlage zu errichten. Ein Wunsch der Kinder. Die anvisierte Altersgruppe sind die 10–12–Jährigen, für die es bislang im Stadtteil nicht allzu viele öffentliche Möglichkeiten gibt, sich auszutoben.

Es geht zunächst darum, einen geeigneten Standort und die Akzeptanz der Anwohner zu finden. Die Zinnowitzer/Ecke Rostocker Straße war nur eine diskutierte Möglichkeit. Es müssen etliche Dinge durchdacht werden: schließlich leben wir in Deutschland und da gibt es selbst für Skateanlagen eine DIN (DIN EN 14974 „Anlagen für Benutzer von Rollsportgeräten — sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren“).

Wie können die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen — der Kinder und Jugendlichen, die sich eine Skatebahn wünschen, auf der einen, der Anwohner, die mit den Begleitumständen leben müssen, auf der anderen Seite — berücksichtigt werden?

Michael Drechsler