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Stadt und Wort

Collage: Paul Förster

Literaturstadt Dresden – das ist ein werbefreundlicher Titel. Einer, der kulturelle Identität und eine lebhafte Literaturszene verheißt. Ein Titel, der impliziert, dass die Literatur in Dresden einen festen Platz in der öffentlichen Debatte, im Tourismussektor und nicht zuletzt in den Haushaltsplänen der Stadt hat. Dresden kann auf eine reiche literarische Geschichte zurückblicken, aber auch zeitgenössische Werke prägen die kulturelle Landschaft. Und von ebenso zentraler Wichtigkeit ist die Generationen und Bevölkerungsgruppen übergreifende Rezeption und Reflexion des geschriebenen Wortes. Wer über die Literaturstadt Dresden nachdenkt, muss als Ausgangspunkt immer den Stellenwert der Literatur in den Köpfen der Dresdner Bürgerinnen und Bürger betrachten.

Diesem Gedanken näherte sich ein Schreibwettbewerb des Gymnasiums Dresden-Klotzsche auf die direkteste Weise an. Dabei sollten Schüler der neunten bis zwölften Klassen einen Text selbst verfassen – Textform und  Aussage waren frei wählbar. In Bezug auf den lokalliterarischen Kontext und auch als Anregung, in die genau entgegengesetzte Richtung zu denken, war das Thema vorgegeben: Literatur statt Dresden – Literaturstadt Dresden. Die 14 Texte, die in diesem Rahmen entstanden sind, siedeln sich mal mehr und mal weniger nahe am Thema an, beleuchten verschiedene Aspekte und sind doch oft sehr ähnlich. Da geht es um die Stadt in Vergangenheit und Gegenwart, auf objektiver oder tief persönlicher Ebene. Um Heimatliebe und Realitätsflucht. Um Konflikt und Einklang von Dresden, Menschen und Literatur.

Der Ton ist humorvoll, kritisch oder nachdenklich (oder alles in verschiedenen Dosierungen), letztlich ist jeder Text aber immer und vor allem ein Bild der Persönlichkeit und künstlerischen Identität seines Schöpfers.

Vorgetragen wurden die Texte am 8.11.2017 im Rahmen eines musikalisch-literarischen Abends, bei dem auch die von einer Lehrerjury bestimmten Sieger geehrt wurden.

Natürlich ist so ein Schreibwettbewerb keine Studie, dafür ist die Teilnehmerzahl zu gering und auch zu wenig repräsentativ. Dennoch zeigt er vielleicht, dass ein Empfinden für Literatur bei jungen Menschen (oder zumindest doch bei einigen) existiert. Und er trägt dazu bei, sich selbst eine Daseinsberechtigung zu schaffen, indem er selbst ein Teil der Literaturstadt Dresden ist.

David Berthold

 

Und hier eine Auswahl der eingereichten Arbeiten:

 

Robin Götzelt – Streng hermetisches Lautgedicht

alles gleich

 

statt satt satt statt statt satt statt statt
statt satt satt satt statt statt satt statt
statt satt satt statt statt satt statt satt
statt satt satt satt statt statt satt satt

glatt watt watt glatt glatt watt glatt glatt
glatt watt watt glatt glatt watt glatt watt
glatt watt watt glatt watt watt watt glatt
glatt glatt watt glatt glatt glatt glatt glatt

blatt ratt ratt blatt ratt blatt ratt ratt
blatt ratt ratt blatt ratt ratt blatt blatt
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blatt ratt ratt ratt blatt ratt blatt blatt

hatt matt matt matt matt hatt matt hatt
hatt matt matt matt hatt hatt matt matt
hatt matt matt hatt hatt hatt matt matt
hatt matt matt hatt matt hatt hatt hatt

statt satt satt statt statt satt statt satt
(dresden klotzsche)

 

Maja Seiler – Wunderbar

Die Barockstadt an der Elbe,
Erbaute man einst auf einem Felde.
Es siedelten sich daraufhin Exemplare,
Des Homo Sapiens an, über die Jahre.
 
So sind wir heute ne halbe Million,
Und mindestens so viele Touristen-Information‘,
Denn jene kommen zu uns sehr gerne,
Sie kommen auch gerne aus weiter Ferne.
 
Denn ebenso wie alle nach Glück und so streben,
Will auch jeder mal sein Blaues Wunder erleben.
Und das geht halt nur in dieser Stadt,
Die auch noch ein paar andere Brücken hat.
 
Denn auch Albert, Carola und Marie,
Gehören in diese Kategorie.
Sie sind Straßen und Fußwege über die Elbe,
Nicht Rhein Oder Isar – das ist nicht dasselbe!
 
Das Wasser der Elbe ist (wenn denn mal da),
Frisch, kühl, türkisblau und glasklar.
Und das Baden darin, das kühlt in der Hitze,
Die weißen Sandstrände sind auch echt spitze.
Dort kann man sich anschließend wunderbar sonnen,
Und wohnst du hier, dann hast du gewonnen.
 
Es möge bitte überall so schön wie hier werden,
Wir hätten das Paradies auf Erden.
In Sachsens Metropole werden alle Träume wahr,

Ach Dresden, du bist … ganz ok.

 

David Berthold – Die Kulisse

Endzeit ohne Endzeit.
Das Treiben Richtung Abgrund
erlahmt zur Ziellosigkeit.
Fatalismus verliert seinen Reiz.

Selbstverwirklichung
mit einem Gesellschafts-Selbst
in einer fragwürdigen Wirklichkeit
Wer bin ich? Und wer sind die anderen?

Ewig ist, was die Zeit verhöhnt,
denn Zeit ist Überfluss und Durst.
Ein brüchiger Grat ist die Flucht
inmitten des Staubs.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind…

Wie in jedem Jahr versammelten sich an die 500 kleine und große Klotzscher in der Christuskirche, um die Geschichte vom Heiligen Martin zu hören. In diesem Jahr als Schattenspiel.

Sankt Martin teilt seinen Mantel mit einem Bettler. Jetzt ist Beiden ein bißchen warm!
Gut, dass hier viele reinpassen…
Polizei und jugendliche Helfer sichern den Umzug
viele selbst gestaltete Laternen leuchteten in der Dunkelheit
An der Kapelle lauschen alle dem Posaunenchor
Das Feuer der Klotzscher Pfadfindergruppe Schwarzkiefer wärmte nicht nur von außen
Die jugendlichen Helfer begleiteten den Umzug mit Fackeln und teilten Tee und Hörnchen aus
Warmer Tee für alle
Wie in jedem Jahr konnten Kleinigkeiten aus dem Fairen Handel erworben werden und wer im Januar die Sternsinger empfangen möchte, konnte sich schon in die Besuchsliste einschreiben.

Insgesamt wieder ein sehr schönes Fest über das Teilen, das nicht immer leicht fällt, auch wenn man viel hat.
Warum eigentlich?

Beitrag: Claudia Hanke

Erste Impressionen von der Ideenwerkstatt 2017

Am Sonnabend, dem 4. November 2017 hatte die Stadtteilrunde Nord alle Verantwortlichen und Bürger des Dresdner Nordens eingeladen, sich über das Zusammenleben und die Gestaltung  der nördlichen Stadtteile auszutauschen. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten beteiligt werden.

Viele Einwohner und Vertreter von Institutionen, Vereinen, Initiativen und Kirchgemeinden sind der Einladung gefolgt und das neue evangelische Gemeindezentrum – die frisch sanierte „Alte Post“ – in Klotzsche erwies sich als sehr geeigneter Veranstaltungsort. Einen herzlichen Dank an die Gemeinde, dass wir das Gebäude so unkompliziert nutzen konnten!

Verortung der Teilnehmer im Dresdner Norden

Das Team der mobilen Jugendarbeit in Dresden Nord „mobils“ übernahm das Jugendprogramm mit Fotobox und Präsentation seiner Arbeit im Dresdner Norden. Die Kinder spielten das selbst ausgedachte „Drenopoli“ des Hortes der 82. Grundschule und gestalteten mit dem Projekt Spielmobil Wirbelwind und dem Kindertreff „Göhre“ des CJD einen Stadtplan mit ihren Eindrücken.

Das Drenopoli…
Wo fühlen sich die Kinder wohl – und wo nicht?

Für die „Großen“ gab es kurze Impulse aus den Arbeitsgruppen der Stadtteilrunde, die sich nach dem ersten Beteiligungsworkshop 2016 gebildet hatten.

Lebensraum Dresden Nord : Claudia Hanke (Initiative „Gemeinsam Verantwortung tragen“)
Suche nach Gemeinschaftsräumen: Johanna Reich (Lehrerin an der 50. Grundschule)
Schulen im Dresdner Norden: Anja Seidel (Elternvertretung Gymnasium Klotzsche)
Freizeit im öffentlichen Raum: Stefanie und Sophia (Offene Jugendarbeit „mobils“)
Öffentlichkeitsarbeit: Petra Schweizer-Strobel (Klotzsche-Blog)

Begrüßung durch den Sprecher der Stadtteilrunde Martin Kretschmar
Suche nach Gemeinschaftsräumen
Vorstellung des Gemeinschaftsprojekts Klotzsche-Blog

In den Pausen wurden die Teilnehmer vom „Schlemmertempel“ der Oberschule Weixdorf verwöhnt und konnten sich informieren, was im Dresdner Norden alles los ist und  was den Menschen noch fehlt.

Leckereien – zubereitet und serviert vom „Schlemmertempel“ der Oberschule Weixdorf
Viel Austausch und Information über Veranstaltungen und Initiativen im Dresdner Norden
„Dir fehlt noch was…!?“
– Dann schreib es auf! Klotzscher Kinder haben offensichtlich noch viele Wünsche!

Im Anschluss konnten die Teilnehmer an zwölf Thementischen in einem World-Café ihre Ideen austauschen und weiterentwickeln.

Die Thementische des World-Cafés

Erster Themenbereich: Vernetzung und Zusammenarbeit

Tisch 1: Welche Ideen/Wünsche habt Ihr/haben Sie für die Zusammenarbeit der nördlichen Stadtteile und dem Europäischen Zentrum der Künste? (Frauke Wetzel)

Tisch 2. Was können wir noch für ein besseres Miteinander und eine bessere Vernetzung im Dresdner Norden tun? (Petra Schweizer-Strobel)

Tisch 3: Wie können sich Schulen und Angebote (Vereine, Jugendhilfe…) im Dresdner Norden besser miteinander vernetzen? (Sabine Heimann)

Zweiter Themenbereich: Freizeit im Dresdner Norden        

Tisch 4: Was brauchen wir für sportliche Angebote im Dresdner Norden? (Thorsten König)

Tisch 5: Welche Frei-Räume brauchen unsere Jugendlichen? Wie können wir sie bei der Suche unterstützen? (Martin Kretschmar)

Tisch 6: Welche (Spiel)-Räume brauchen unsere Kinder im Dresdner Norden (Ü6-13) (Michaela Labrenz)

Tisch 7: Rad-und Fußwege im Dresdner Norden: Welche Änderungen wünschen Sie sich, um die Fortbewegung im Dresdner Norden besser und sicherer zu gestalten? (Andreas Weck-Heimann)

Dritter Themenbereich: Schulen im Dresdner Norden

Tisch 8: Welche Erwartungen und Wünsche gibt es zur Schülerbeförderung während der Bauauslagerung des Gymnasiums Klotzsche an den Standort Gehestraße? (Anja Seidel)

Tisch 9: Welche Unterstützungsangebote sollten an der Schule zur Verfügung stehen? Was wünschen Sie sich für den Schulalltag? Was soll im Umfeld der Schule besser werden? (Ulrike Hofmann)

Vierter Themenbereich: Visionen für den Dresdner Norden             

Tisch 10. Welche Visionen haben Sie für den Dresdner Norden? Welche Schritte könnte man gehen? (Claudia Hanke)

Spontane Tische

Tisch 11: Wie können wir das Kinderschutzprogramm „Bärenstarker August“ ausbauen (Annett Grundmann/Maja Schefczyk)?

Tisch 12: Unterstützung für den Erhalt der Natur- und Umweltschule (Norbert Große)

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Tische werden nun ausgewertet. Einige Ideen haben jedoch bereits während der Veranstaltung Hand und Fuß bekommen…

  •  Mitarbeit an einem Weltcafé im Neuen Gemeindezentrum als Einladung an die Marktbesucher am Donnerstag
  • Fachkundige Unterstützung für den Klotzsche-Blog
  • Beteiligung am Kinderschutzprojekt „Bärenstarker August“

Besonders beeindruckend war die Präsentation des Raps „Aufwachsen im Norden“, den das Team von „mobils“ mit Jugendlichen erarbeitet hatte.

Die Präsentation der Ergebnisse
Visionen…

Die vollständigen Ergebnisse der Ideenwerkstatt werden in den nächsten Tagen hier veröffentlicht: Ergebnisse der Ideenwerkstatt 2017.

Claudia Hanke & Petra Schweizer-Strobel
Initiative „Gemeinsam Verantwortung tragen“

Mein Buch – Dein Buch: Bücherbasar und Literaturwoche vom 04.02. bis 10.02.2018

Vom 04. bis zum 10. Februar 2018 besteht in der Alten Post nun schon zum dritten Mal die Gelegenheit, sich auf einem großen Bücherbasar reichlich mit neuem Lesestoff zu versorgen. Außerdem wird es wieder ein reichhaltiges Rahmenprogramm für Groß und Klein mit Lesungen, Vorträgen, Filmen, Musik usw. geben. Der Erlös – jeder bezahlt, wie er kann und möchte – soll diesmal der Inneneinrichtung des neuen  Gemeindezentrums zugutekommen.

Für ein vielfältiges Angebot bitten wir wieder um die Spende von gut erhaltenen Büchern, CDs und DVDs, die zu folgenden Terminen im NGZ abgegeben, bei Bedarf aber auch abgeholt werden können:

Sonntag, 21.01.18, 11.15-12 Uhr

Sonntag, 28.01.18, 11.15-12 Uhr

Montag, 29.01.18, 16.30-17.30 Uhr

Dienstag, 30.01.18, 17.30-18.30 Uhr

Mittwoch, 31.01.18, 16.30-17.30 Uhr

Donnerstag, 01.02.18, 10-11 Uhr

Freitag, 02.02.18, 10-18 Uhr

Auch benötigen wir für die Vorbereitung des Basars ab dem 1.2.2018 dringend bibliophile Helfer (Buchannahme, Sortierung, Auf- und Abbau, Betreuung des Bücherbasars während der Öffnungszeiten und Veranstaltungen)!

Für die Eröffnung suchen wir wieder Schreibende aus dem Dresdner Norden, die eigene Texte vorstellen möchten. Die Lesungen sollten jeweils nicht länger als ca. 10 min. dauern. Wir bitten um Einsendung von Texten bis zum 15.1.2018. Bei zu zahlreichen Einsendungen müssen wir uns leider vorbehalten, eine Auswahl zu treffen.

Das ausführliche Programm wird ab Weihnachten vorliegen.

Kontakt: kontakt-literatur@kirchgemeinde-klotzsche.de

Der letzte Bücherbasar 2016 in der noch unsanierten Alten Post:

Petra Schweizer-Strobel

Klotzsche trifft sich

Am ersten Septembersamstag geschieht mit dem Waldgebiet rund ums Klotzscher Forstamt eine erstaunliche Verwandlung. Was bis eben noch ein ziemlich durchgeweichter Waldweg war, wird in den Nachmittagsstunden mehr und mehr zu einem Schauplatz regen musikalischen, kulinarischen und gesprächigen Treibens. Hunderte Familien sowie ältere und jüngere Semester jeglicher Couleur bevölkern, ja übervölkern für einige Stunden das Gelände. Dies nennt man das 7. Königswalder Forst- und Weinfest.

Foto: Simon Berthold

Die Idee, ein jährliches Waldfest zu organisieren, wurde anno 2011 durch den Klotzscher Verein e.V. an die Forstamtsleitung herangetragen mit dem Gedanken, an die Vergangenheit Klotzsches als Jagd- und Luftkurort anzuknüpfen. Seitdem stellt der Staatsbetrieb Sachsenforst die Kulisse zur Verfügung, während der Verein die Organisation erledigt. Mit jedem Jahr wächst das Forst- und Weinfest und das Programm wird vielfältiger. Dabei ist bei Wald und Wein lange nicht Schluss. Neben festen Größen wie der Freiwilligen Feuerwehr und dem Jagdverband präsentierten sich dieses Jahr unter anderem auch die Initiative „Brücken schaffen“ und die Alpha-Lernhilfe. Daneben fanden zahlreiche Live-Veranstaltungen mit musikalischen Beiträgen von Hip-Hop bis A-Capella-Männerchor statt. Wein gab es übrigens auch.

Foto. Simon Berthold

Somit ist das Königswalder Forst- und Weinfest zu einem echten Höhepunkt für Familien und alle anderen geworden und bringt Klotzscher (und solche, die es gerne wären) unter dem Blätterdach zusammen.

David Berthold

Patronatsfest der katholischen Gemeinde in Klotzsche

Im Stadtteil Dresden Klotzsche leben 4,5 Prozent katholische Christen. Gemeinsam mit den evangelischen Christen (14,5 Prozent) zählen etwa ein Fünftel der Bevölkerung als  Mitglieder der Kirchgemeinden vor Ort.

Die evang.-luth. Kirchgemeinde und die katholische Heilig-Kreuz-Gemeinde in Klotzsche möchten gemeinsam mit den anderen kirchlichen Einrichtungen und Initiativen im Stadtteil, den christlichen Glauben an einen liebenden Gott, als Lebenshilfe, Sinngebung und Begleitung in freudigen und schweren Lebenssituationen für alle Menschen im Stadtteil anbieten und zugänglich machen.

Das Patronat (den Namen) „Heilig-Kreuz“ erhielt die katholische Gemeinde in Klotzsche mit ihrer Gründung als Pfarrvikarie 1938, damals noch in den Räumen der Harzer Villa in der Goethestraße. Dieses Patrozinium konnte auf die neuen Räume der heutigen Kirche in der Darwinstraße 19 übertragen werden.  Die Heilig-Kreuz-Kapelle wurde nach baulicher Erweiterung am 4. Oktober 1948 geweiht. So feiert die Gemeinde im kommenden Jahr 80 Jahre Patrozinium und 70 Jahre Kirchweih.
Patronatsfest 2017

Er bringt uns sicher nach Haus

Gerhard Gundermann, wohl einer der wichtigsten Liedermacher im Osten Deutschlands, starb bereits 1998 mit nur dreiundvierzig Jahren. Seine Texte über das Leben sind aktuell und lebendig wie eh und je.  Die Band Huderich brachte sie am 10.06. in die Alte Kirche nach Klotzsche.

 

Huderich spielt Gundermann

schlaf kleine frau mach die beine lang
der mond leckt uns die strasse blank
der teufel macht heut krank
und bleibt im schrank

ein alter mann vom strassendienst
winkt uns nach und grinst
er hat schlecht bezahlt
`n weißen strich über land gemalt

der bringt uns sicher nach haus

schlaf kleine frau mach die augen zu
der silberkäfer braucht keine ruh\‘
er nimmt uns gerne mit
für\’n bisschen sprit

tausend mann haben dran gebaut
ein dieb hat ihn für uns geklaut
es ist warm und laut
unter seiner eisenhaut

der bringt uns sicher nach haus

schlaf kleine frau das land ist leer
nur du und ich und sonst keiner mehr
der mond scheint hell wie nie
mit seiner neuen batterie

der bringt uns sicher nach haus

Ich bin in Hoyerswerda aufgewachsen, genau in dieser „Maschinistenfarm“, umgeben von Tagebauen, die Gerhard Gundermann in seinen Liedern besungen hat. Er und seine Band „Brigade Feuerstein“ waren eine bekannte Größe in Hoyerswerda. Seine Texte waren kontrovers, regten zum Widerspruch an… und manchmal regten sie mich einfach nur auf. Aber sie gehörten dazu.

Und dann Huderich in der Alten Kirche in Klotzsche…. Trotz Sonnabendabend und schönstem Grillwetter war der Raum gut gefüllt. Mit allen Jahrgängen. Und manche Ältere hatten wohl manchmal einen verdächtig schimmernden Blick. Die Band brachte die ganze Bandbreite der Gundermann-Texte: melancholisch, widersprüchlich, ironisch, hin und wieder etwas derb. Und hochaktuell. Es war nicht so einfach nachgespielt. Ich hatte das Gefühl, Gundermann lebt in Huderich weiter. Sicher ist mein Eindruck da sehr subjektiv gefärbt. Dennoch.

Manches war ein Déjà-vu für mich. Erinnerungen an Kindheit und Jugend in der Betonstadt kamen wieder. Schöne und weniger gewollte. Songs über das Leben….

Ein gelungener Abend mit einer Band, die ich in Klotzsche sehr gern einmal wieder sehen und hören möchte.

Michael Drechsler


 

Klotzsche läuft nach Plan

Die Alte Post braucht Geld. Für die Finanzierung des Neuen Gemeindezentrums hatten einige Klotzscher eine nicht alltägliche Idee.

Das Projekt

Wer in Klotzsche die Caspari-Straße entlang läuft, kann die Baustelle nicht übersehen. Der Umbau des Neuen Gemeindezentrums geht seinen Gang. Das alte Postgebäude kriegt ein zweites Leben. Der Bau wird von der gesamten Gemeinde getragen. Viele packen mit an, bemühen sich um den Baufortschritt, helfen…. Das Projekt ist auf der Zielgeraden. Aber so ein ambitioniertes Bauprojekt kostet wohl Einiges. Umso mehr, als dass die Baukosten sich auf Grund vielfältiger Ursachen drastisch erhöht haben, verglichen mit der ursprünglichen Planung (siehe auch Gemeindeblatt vom Mai 2017). Daher mussten Ideen her, wie das Spendenaufkommen zu erhöhen sei. Alle Gemeindemitglieder waren aufgerufen, sich Gedanken zu machen. Und so entstand der Spendenlauf. Auch mit dem Hintergedanken, nicht nur den engsten Gemeindekreis um Spenden zu bitten. Das Prinzip: Jeder Teilnehmer läuft so viele der ausgeschriebenen Runden, wie er kann. Und: Jeder Teilnehmer bringt einen oder mehrere Sponsoren mit, die für jede gelaufene Runde einen fixen Beitrag spenden. Nebenbei treibt man noch bissel Sport, tut was für sein Wohlbefinden und trifft seine Nachbarn. Eine win-win-win Situation, wie man so schön sagt. Das fanden dann auch einhundert Leute und rafften sich am Sonntagmorgen auf, die Heide um das Klotzscher Forsthaus zu beleben.

Gespannte Aufmerksamkeit

Dreizehn Teams gingen an den Start. Von ganz klein, dem „Hortteam“, bis sehr lebenserfahren, dem Team “ In der Ruhe liegt die Kraft“, reichte die Bandbreite. Von Anfang an war die Stimmung ausgelassen. Es ging nicht vordergründig um sportlichen Ehrgeiz, sondern ums Miteinander. Ehrgeizige Läufer kamen genauso auf ihre Kosten wie Läufer, die sich einfach nur bewegen wollten.

Der Chef läuft selbst

Und vor allem die Kinder hatten jede Menge Spaß. Eine Runde war um die eintausend Meter lang. Und es kamen etliche zusammen.

Die erste, vorläufige Hochrechnung am Sonntagabend ergab den zugesagten stattlichen Betrag von über 16.000€. Und da waren noch nicht einmal alle Teams ausgezählt.

Nachtanken

Eine willkommene Geldspritze für das Bauprojekt und ein herrlicher Sonntagvormittag in Klotzsche.

Zufrieden

Gute Idee, klasse Umsetzung und ein respektables Ergebnis. Sehr gelungen! Ein großes Lob auch an die Organisatoren!

 

Michael Drechsler

Kinder und Jugendliche in Klotzsche wünschen sich einen Skateplatz

Die Frage, was Kinder, Jugendliche und junge Menschen im Ortsamtsbereich Dresden-Klotzsche beschäftigt und was sie sich wünschen, stellten sich Alexandra Starosta vom Hort der 82. Grundschule sowie Sophia Burudshiew und Stefanie Liefeith von der Mobilen Jugendarbeit Dresden Nord. Vor allem für ältere Kinder und Jugendliche fehlt es in Klotzsche an öffentlich-zugänglichen Treffpunkten und Spiel- sowie Sportmöglichkeiten in der Freizeit. In der durch die Horte der 4 Klotzscher Grundschulen und der Mobilen Jugendarbeit initiierten Kinder -und Jugendbefragung wurde der Wunsch nach einem Skateplatz in Klotzsche geäußert.  Nach dem die Sozialarbeiterinnen der Mobilen Jugendarbeit verschiedene Freiflächen überprüfen ließen, stellte sich der Bolzplatz an der Zinnowitzer Straße/ Ecke Rostocker Straße am geeignetsten heraus.  Gemeinsam mit der Stadtteilrunde Nord, ein Zusammenschluss verschiedener Vertreter*innen der Jugendhilfeeinrichtungen im Dresdner Norden, wurde am 06.04.2017 eine Informationsveranstaltung auf diesem Spielplatz organisiert. Anwohner*innen, Kinder und Jugendliche aus Klotzsche bekamen an diesem Tag die Gelegenheit, mit zuständigen Ansprechpartner*innen, wie z.B. mit Frau Eckardt vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, ins Gespräch zu kommen und über eine eventuelle Umsetzung zu sprechen. Ergebnis dieses Zusammentreffens: Eine Realisierung vor Ort ist nicht möglich, da durch den Abstand zur Wohnsiedlung die Schallemissionswerte nicht eingehalten werden können. Derzeit werden alternative Flächen überprüft.

Am 08.05.2017  wurde das Anliegen bei der Ortsbeiratssitzung  von den Sozialarbeiterinnen der Mobilen Jugendarbeit Dresden Nord vorgestellt, sowie 2 Anträge an den Oberbürgermeister zur Flächenfindung beantragt.

Für weitere Informationen oder bei Interesse an einer Beteiligung:

Stadtjugendring Dresden e.V., Mobils- Mobile Jugendarbeit Dresden Nord, Königsbrücker Landstraße 59, 01109 Dresden, mobils@sjr-dresden.de, www.molang.de

Das Mobils Team

Klotzsche-Skate — Lärm, Müll und Rauschgift?

Skateanlagen sind in, ohne Frage. Eine attraktive Freizeitmöglichkeit für Kinder und Jugendliche. Aber braucht Klotzsche eine Skatanlage für Kinder? Darüber gehen die Meinungen offensichtlich weit auseinander. Am 6. April fand dazu eine öffentliche Diskussion statt. Öffentlich im wahrsten Sinne des Wortes: Auf dem Spielplatz Rostocker Straße trafen sich Vertreter der Jugendamtes Dresden, des Amtes für Stadtgrün und eine relativ große Zahl von Anwohnern, meist ältere Jahrgänge. Die Veranstaltung wurde vom Stadtjugendring Dresden und der Stadtteilrunde Nord organisiert.

Lebhafte Diskussion

Und diese hielten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Hintergrund war offensichtlich viel Verdruss in der Vergangenheit. Spielplätze und Sportanlagen müssen sein, darin bestand Einigkeit. Aber es gibt auch Schattenseiten. Nicht jeder ist beglückt, wenn er am Sonntagmorgen gegen fünf einem Fußballspiel beiwohnen darf. Und nicht jeder freut sich über laute Musik zu nachtschlafener Zeit und tags darauf über leere und zerschlagene Alkoholbehältnisse. Ja, es geht um Kinderspielplätze, aber die Anwohner haben da wohl so ihre Erfahrungen mit „Fremdnutzung“ gemacht. Die Aufregung und die Skepsis waren jedenfalls unüberhörbar. Lärm, Müll und Rauschgift – diese Worte fielen nicht selten. Und niemand der Anwesenden wollte ernsthaft glauben, dass man strenge Regeln zur Nutzung auch durchsetzen könne.

Die Fakten: Es gibt Ideen, im Stadtteil eine Skateanlage zu errichten. Ein Wunsch der Kinder. Die anvisierte Altersgruppe sind die 10–12–Jährigen, für die es bislang im Stadtteil nicht allzu viele öffentliche Möglichkeiten gibt, sich auszutoben.

Es geht zunächst darum, einen geeigneten Standort und die Akzeptanz der Anwohner zu finden. Die Zinnowitzer/Ecke Rostocker Straße war nur eine diskutierte Möglichkeit. Es müssen etliche Dinge durchdacht werden: schließlich leben wir in Deutschland und da gibt es selbst für Skateanlagen eine DIN (DIN EN 14974 „Anlagen für Benutzer von Rollsportgeräten — sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren“).

Wie können die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen — der Kinder und Jugendlichen, die sich eine Skatebahn wünschen, auf der einen, der Anwohner, die mit den Begleitumständen leben müssen, auf der anderen Seite — berücksichtigt werden?

Michael Drechsler